Vom Notnagel zum Leistungsträger: Yves Roth will in der NLA durchstarten

10.11.2019

Bei den U23-Junioren war der Boniswiler Nationalspieler Yves Roth überragend. Nun ist für den 22-Jährigen der Moment gekommen, in der NLA Fuss zu fassen. Um sein Ziel zu erreichen, leistet er einen enormen Aufwand.

Quelle : Raphael Wermelinger, Oltner Tagblatt - Foto: © Remo Fröhlicher

In den vergangenen drei Jahren dominierte er die U23-Stufe. Er gewann mit Schönenwerd drei Meistertitel in Serie und wurde jeweils als wertvollster Spieler ausgezeichnet. Vor dem ersten Titelgewinn mit der U23 kam er im April 2017 bereits zu seinem Debüt in der NLA. Mittlerweile ist Yves Roth nicht nur die Nummer 1 auf der Diagonalposition, sondern auch der Topskorer der Niederämter. Insgesamt 71 Punkte buchte der 22-Jährige in den bisherigen fünf Meisterschaftsspielen, von denen Schönenwerd deren vier für sich entscheiden konnte. Nur Luzerns lettischer Angreifer Edvarts Buivids war noch erfolgreicher. «Bis jetzt läuft es sehr gut. Ausser das erste Spiel gegen Amriswil, das war ein Abschiffer», fasst Roth den Saisonstart zusammen.

Das lange Warten auf die Chance in der NLA

Yves Roths erste Trainerin in Seengen war seine Mutter. Über Meisterschwanden und Aarau kam er als 16-Jähriger zur zweiten Equipe von Volley Schönenwerd, mit der er in seiner zweiten Saison den Titel in der NLB holte. Da war er schon über 1,90 m gross. Heute misst er «offiziell genau zwei Meter, mit Schuhen noch etwas mehr». Bis sich der Linkshänder in der NLA beweisen durfte, musste er sich aber noch etwas gedulden. Auf die Saison 2016/17 verpflichtete «Schöni» den spanischen Diagonalangreifer Daniel Rocamora. Als Back-up bekam Noel Giger, Roths Teamkollege bei der Reserve, die Chance. Als sich dieser verletzte, rutschte Roth nach. Seither zählt er fix zum NLA-Kader. «Ich habe in den letzten zwei Jahren sehr viel von Rocamora gelernt», sagt er. Der Spanier wurde in seiner ersten Saison MVP der NLA und blieb bei Schönenwerd. Als Rocamora in der vergangenen Saison ausfiel, witterte Roth seine Chance, durfte aber nur eine Handvoll Partien bestreiten. Für die Playoffs holte der Klub den Montenegriner Milos Culafic. «Schade für mich, aber auch verständlich», sagt Roth. Für ihn wäre es wohl noch etwas zu viel Verantwortung gewesen. «Im Halbfinal aufzulaufen ist schon etwas ganz anderes als bei ein paar Rotationen reinzukommen.»

Täglich mindestens ein Training plus Studium

Rocamora hat den Verein im Sommer verlassen. Roth wollte unbedingt bleiben, aber endlich auch mehr Einsätze bekommen. Nach Gesprächen mit Sportchef Daniel Bühlmann und Trainer Bujar Dervisaj war klar, dass der Verein auf ihn setzt. «Sie haben mir das Vertrauen ausgesprochen. Das hat mir gutgetan», so Roth. Bis jetzt konnte er die in ihn gesetzten Hoffnungen mehr als erfüllen. Hilfreich für den erfolgreichen Einstand in der NLA seien auch die Einsätze mit der Nationalmannschaft während des Sommers gewesen: «Ich war gesetzt und bekam viel Spielzeit. Das war ideal, um in den Rhythmus zu kommen.»

Jetzt ist für ihn der Moment gekommen, in der NLA durchzustarten. Um sein Ziel zu erreichen, mit Schönenwerd dereinst einen Titel auf höchster Stufe zu gewinnen, leistet er einen enormen Aufwand: von Montag bis Freitag jeweils ein Abendtraining, zusätzliche Einheiten am Montag- sowie Donnerstagmorgen und individuelles Training im Kraftraum. Gleichzeitig studiert er Rechtswissenschaften und will im nächsten Jahr den Bachelor abschliessen.

Im Minimum die zweite Bronzemedaille soll es sein

Mehrere U23-Titel und Auszeichnungen zum MVP, Meister in der NLB und in der vergangenen Saison Bronze in der NLA: Welches war sein persönliches Highlight? «Die erste U23-Goldmedaille war schon ganz speziell und die Auszeichnung als MVP das Pünktchen auf dem i», sagt Yves Roth. «Aber NLA-Bronze zählt natürlich am meisten, obwohl ich als Ersatzspieler nicht so viel dazu beigetragen habe.» Dies wäre heuer anders. Und der dritte Platz bleibt das Minimalziel der Schönenwerder.



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