Erstmals mit einem Ausländer-Trio

Erstmals mit einem Ausländer-Trio
18.07.2020

Volley Schönenwerd komplettiert sein Kader mit dem Argentinier German Johansen und dem Bahamaer Shonari Hepburn. Insgesamt 13 Spieler figurieren somit auf Trainer Bogdan Kotniks Liste für die im Oktober beginnende Saison 2020/21.

Die letzten fehlenden Puzzleteile des Kaders für die neue Saison sind gefunden. Volley Schönenwerd setzt in der anstehenden Kampagne 2020/21 zum ersten Mal von Anfang an auf drei ausländische Spieler. Die Verpflichtung des albanischen Angreifers Redjo Koci stand schon fest (wir berichteten).

Nun vermeldet der Club mit Shonari Hepburn und German Johansen die letzten zwei Transfers. Die Mannschaft von Neo-Trainer Bogdan Kotnik ist damit komplett.

Einer der beiden jüngsten Zuzüge ist in der Schweiz bereits bekannt. Der 27-jährige Mittelblocker Shonari Hepburn, der von den Bahamas stammt, spielte in der vergangenen Saison bei Schönenwerds Ligakonkurrenten Luzern.

«Er hat letzte Saison einen sehr guten Job gemacht in Luzern und ist uns aufgefallen», sagt Schönenwerds Sportchef Daniel Bühlmann, der das Kader mit seinem Nachfolger Bujar Dervisaj zusammengestellt hat. «Dass Hepburn schon eine Saison in der Schweiz gespielt hat, ist ein Vorteil. Er weiss, wie es läuft hier.»

Die Luzerner waren 2019/20 das Überraschungsteam der NLA und schlossen die Qualifikation direkt hinter Schönenwerd auf dem dritten Platz ab. Hepburn hatte grossen Anteil am Höhenflug, er steuerte pro Spiel im Schnitt knapp zwölf Punkte bei.

Diesen Wert konnte der Zwei-Meter-Mann in der Playoff-Viertelfinalserie gegen Näfels, welche die Luzerner mit 3:1 für sich entschieden, noch leicht toppen. Zum Kräftemessen mit Schönenwerd um den Finaleinzug kam es bekanntlich nicht mehr – die Saison wurde abgebrochen.

«Er ist athletisch und bringt uns mehr Optionen im Angriff», sagt Bühlmann über den neuen Mittelblocker. «Am Block ist er sehr gut und auch sein Service überzeugt – hart und knapp über dem Netz.» Den Bahamaer von Luzern wegzulotsen, sei nicht allzu schwierig gewesen. «Wir haben uns mittlerweile einen Namen gemacht in dieser Liga», begründet Bühlmann. «Es ist bekannt, dass wir kontinuierlich vorne mitspielen wollen in der NLA. Und Hepburn will um den Titel spielen.»

Bevor Hepburn 2019 in die Schweiz zu Volley Luzern kam, spielte er eine Saison in Finnland und zwei Jahre in Griechenland. Zwischen 2013 und 2016 war er in Kanada bei den Niagara Knights engagiert. «Gut aussehen, sich gut fühlen und gut spielen», ist sein Motto. Mit ihm und den zwei Schweizer Nationalspielern Christopher Frame und Mischa von Burg verfügt Volley Schönenwerd neu über ein Trio auf der Mitte-Position. «Das ist optimal so», sagt Sportchef Bühlmann.

Schönenwerds Ausländer-Trio wird komplettiert durch den Südamerikaner German Johansen. Dieser sorgte 2017 für Furore, als er Argentinien an der U23-Weltmeisterschaft zum Titel führte und als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.

Der Diagonalangreifer startete seine Karriere in der Heimat bei Ferro und spielte danach für Club de Amigos und River Plate, ehe er nach Europa in die italienische Liga wechselte. 2018/19 lief er in der deutschen Bundesliga für Alpenvolleys Haching auf, seine bisher letzte Station ist der brasilianische Club America Volei/Montes Claros.

«Wir versprechen uns sehr viel von ihm. Seine Statistiken in der brasilianischen Liga, eine der besten Ligen der Welt, sind top», sagt Bühlmann über Johansen. Obwohl er erst 25 Jahre alt ist, verfüge der Linkshänder bereits über einen grossen Erfahrungsschatz. Er besteche mit einem harten Service und sei ein Mann für die komplizierten Bälle und Punkte. «Mit ihm und Yves Roth haben wir nun zwei hervorragende Diagonalspieler, die sich pushen können und dadurch die Qualität im Training deutlich steigern werden.»

Im 13-Mann-Kader von Volley Schönenwerd figurieren erstmals drei Ausländer. Dies sei so nicht geplant gewesen, erklärt Bühlmann: «Nach dem Rücktritt von Mittelblocker Janick Sommer mussten wir handeln, es gab aber schlicht keine valablen Schweizer auf dem Markt.» Der Club halte trotzdem an der Strategie fest, auf junge, einheimische Akteure zu setzen.

Trainer Bogdan Kotnik startet am 1. September mit dem Team in die Saisonvorbereitung. Pro Woche stehen sieben bis acht Trainings mit dem Ball und mindestens zwei zusätzliche individuelle Kraft- und Fitnesseinheiten in der Agenda. Die Saison beginnt für die Schönenwerder am 4. Oktober auswärts in Luzern. Das erste Heimspiel findet am 10. Oktober statt. Der Gegner heisst Näfels.

Text: Raphael Wermelinger - Oltner Tagblatt

Bild: © zvg

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