Ein Schönenwerder Nationalteam – warum 6 von 16 Nationalspielern dort spielen

Ein Schönenwerder Nationalteam – warum 6 von 16 Nationalspielern dort spielen
08.07.2020

Spieler von Volley Schönenwerd prägen die Schweizer Volleyballnationalmannschaft – das ist kein Zufall. Es wurde in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet.

Die Quote lässt sich sehen: Ein Drittel der Spieler, die gestern Abend in Schönenwerd ins Trainingslager der Schweizer Volleyballnationalmannschaft eingerückt sind, spielen in der NLA für Volley Schönenwerd. 6 von 16 Spielern um genau zu sein.

Die Nationalmannschaft als Ableger von Volley Schönenwerd? Marco Fölmli, Assistenztrainer der Nationalmannschaft, sagt: «So grundsätzlich lässt sich das mit Blick in die Vergangenheit nicht sagen. Es gab auch Zeiten, in denen andere Teams die Mehrzahl der Spieler in der Nati stellten.» Trotzdem ist es im Moment offensichtlich. Und mehr als nur Zufall, wie die Suche nach den Gründen dafür zeigt.

Der logische Schritt zu Schönenwerd

Wer sich umhört, der stösst schnell auf Erklärungen: bei Volley Schönenwerd und zuvor in der Talent School Aargau, die unweit von Schönenwerd in Aarau beheimatet ist, wurde in den vergangenen Jahren sehr gut gearbeitet. Julian Fischer, Libero bei Schönenwerd und in der Nationalmannschaft und einer jener Spieler, der ebendiesen Weg gegangen ist, sagt: «Wir wurden in der Talent School nicht nur sportlich sehr gut gefördert. Auch mental war die Ausbildung sehr gut. Es ist dadurch ein kompetitives Umfeld entstanden.»

Was in Aarau begann, wurde bei Volley Schönenwerd fortgeführt. «Der Wechsel war der logische nächste Schritt», sagt Fischer, der bei Schönenwerd heute mit den Natikollegen Yves Roth, Reto Giger, Mischa von Burg, Luca Ulrich und Leandro Gerber spielt. «Es ist natürlich ein Vorteil, mit vielen Teamkollegen aus dem Verein in der Schweizer Nationalmannschaft zu spielen», sagt Fischer. «Weil so sehr viele Mechanismen schon greifen und Absprachen dadurch einfacher sind.»

Der nächste Ernstkampf findet erst im Januar statt

Seit gestern trifft sich die Nationalmannschaft vier Wochen lang jeweils von Montag bis Freitag zu einem Trainingslager in Schönenwerd. Die Situation ist insofern speziell, als dass der nächste Ernstkampf mit der Nationalmannschaft erst 2021 stattfinden wird. Aufgrund der Coronakrise hat der Europäische Volleyballverband entschieden, die EM-Qualifikation in der Gruppe der Schweiz erst im Januar zu spielen. An zwei Miniturnieren in der Slowakei (7. bis 10. Januar) und Rumänien (14. bis 17. Januar) wird die Nationalmannschaft dann auf die beiden Gastgeber der Miniturniere und Albanien treffen.

«Trotzdem macht es Sinn, jetzt zu trainieren», sagt Fölmli. Weil mit dem Italiener Davide Grigoletto ein neuer Athletiktrainer beginnt, weil für einmal ungewöhnlich viel Zeit bleibt für die Taktikschulung. «Und auch, um für die neue Saison in Form zu kommen», ergänzt Fischer.

Text: Martin Probst - Oltner Tagblatt

Bild: © Freshfocus

 

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