«Ein akribischer Arbeiter, der 24 Stunden Volleyball im Kopf hat»

«Ein akribischer Arbeiter, der 24 Stunden Volleyball im Kopf hat»
13.06.2020

Sportchef Daniel Bühlmann und sein Nachfolger Bujar Dervisaj hatten die Qual der Wahl: Der neue Headcoach von Volley Schönenwerd für die Saison 2020/21 heisst Bogdan Kotnik.

Der Volleyballklub, der in der abgebrochenen Saison 2019 / 20 die Nummer zwei der NLA war, ist ein begehrter Arbeitsort. «Uns wurden in den letzten Wochen und Monaten von diversen Managern sehr viele Spieler und Trainer angeboten», bestätigt Schönenwerds Sportchef Daniel Bühlmann. Zusammen mit seinem Nachfolger Bujar Dervisaj arbeitete er eine lange Liste ab, um den Trainerposten neu zu besetzen. Die Wahl fiel auf den Slowenen Bogdan Kotnik.

Der 44-Jährige, der den Doktortitel in Sportwissenschaften besitzt, lief während seiner Aktivzeit sieben Jahre lang für die slowenische Nationalmannschaft auf und spielte in seiner Heimat auf höchstem Niveau für die Clubs Olimpija Ljubljana, Fuzinar Ravne und Calcit Kamnik. 2002 wechselte er an die Seitenlinie, coachte zuerst den Nachwuchs in Ravne und amtete zwischen 2006 und 2008 als Trainer der Frauen-Equipe von Novo Mesto.

Zu seinen grössten Erfolgen zählt der Gewinn der österreichischen Meisterschaft mit dem SK Aich / Dob im Jahr 2013; mit Volley Ljubljana holte Bogdan Kotnik 2015 und 2016 den Titel in Slowenien. In der Spielzeit 2017 / 18 war er in Polen tätig, ehe er eine Pause einlegte vom Trainerberuf und in den vergangenen zwei Jahren an der Universität dozierte. Jetzt wartet der Wiedereinstieg bei Volley Schönenwerd auf ihn.

Sechster Trainer für die elfte NLA-Saison in Serie

«Seine Referenzen sind ausgezeichnet, das war uns wichtig», sagt Bühlmann über den neuen Cheftrainer. Das «uns» bezieht sich dabei auf Bujar Dervisaj, der zwischen 2012 und 2015 und in den letzten zwei Spielzeiten Headcoach der Schönenwerder war. Nebst seinem Engagement im neu gegründeten Nationalen Leistungszentrum in Aarau wird Dervisaj die sportliche Leitung bei Volley Schönenwerd übernehmen. Bühlmann will in den Hintergrund treten und sich vermehrt auf die Aufgaben in der Geschäftsleitung, insbesondere im Bereich Sponsoring, fokussieren. «Bujar besitzt ein grosses Netzwerk. Das hilft dem Club enorm», sagt er. «Mit dem gemeinsamen Aufbau des neuen Kaders konnten wir eine saubere Übergabe machen, was die sportliche Leitung betrifft.» 

Über den neuen Cheftrainer sagt Bühlmann: «Er arbeitet akribisch, ist auf die Details versessen und hat 24 Stunden am Tag Volleyball im Kopf. Er wird die Spieler definitiv fordern». Damit das Kader für die neue Saison komplett ist, fehlen noch die ausländischen Verstärkungen. Die Verträge mit den Schweizer Spielern sind gemacht. Der Club will den nächsten Schritt Richtung Halbprofitum machen, erklärt Bühlmann: «Trainingseinheiten am Vormittag mit nur drei Nasen wird es nicht mehr geben», konkretisiert er.

Dies gefällt sicher auch dem neuen Headcoach, der Anfang September mit dem Team in die Vorbereitung für die im Oktober beginnende Saison 2020 / 21 starten wird. Bogdan Kotnik ist Schönenwerds sechster Trainer seit dem Aufstieg 2010. Den Anfang machte Marco Bonaria, der den Club auf die Schlussränge sechs und vier führte. Nach Bujar Dervisajs erster Amtsperiode gaben sich zwischen 2015 und 2018 drei Headcoaches die Klinke in die Hand: Nikolas Buser (5. Schlussrang), der Mazedonier Zharko Ristoski (3.) und der Este Rainer Vassiljev (6.).

Kotnik hat einen Vertrag für eine Saison. Eine längerfristige Zusammenarbeit sei aber durchaus wünschenswert, sagt Bühlmann – wenn die Kombination passt. Assistiert wird Kotnik von Lukasz Motyka, der mit Dervisaj im Leistungszentrum arbeitet und zudem Trainer der Schönenwerder NLB-Equipe ist. «So schliesst sich die Ausbildungskette», freut sich Bühlmann.

Text: Raphael Wermelinger - Oltner Tagblatt - Bild: © Imago-Images

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