Die richtige Dosierung macht es aus

Die richtige Dosierung macht es aus
17.02.2020

Volley Schönenwerd lanciert die Viertelfinalserie gegen Jona mit einem über weite Strecken ungefährdeten Sieg. Der aktivste Spieler ist Aussenangreifer Luca Ulrich. «Wichtig ist, dass die Leistung im Kollektiv gepasst hat. Jeder trägt seinen Teil dazu bei», sagt er.

von Raphael Wermelinger - Oltner Tagblatt

Bujar Dervisaj musste vor dem ersten Playoff-Spiel gegen Jona einige schwierige Entscheidungen treffen. «Ich habe mich gefragt, mit wem ich starten soll. Alle haben zuletzt sehr gut trainiert und hätten es verdient gehabt, von Anfang an aufzulaufen», sagte Schönenwerds Trainer nach dem Auftakt in die Viertelfinals.

Er entschied sich für Marcin Ernastowicz und Luca Ulrich auf den Aussenpositionen, Chris Frame und Mischa von Burg in der Mitte und Yves Roth auf der Diagonalen. Libero Julian Fischer und Passeur Nikodem Wolanski sind gesetzt.

Mehr als zwei Sätze lang bewiesen die Schönenwerder, wieso sie in der Qualifikation mehr als doppelt so viele Punkte geholt und die beiden Direktduelle gegen Jona gewonnen hatten. Mit 25:19 und 25:15 sicherten sie sich die ersten beiden Sätze und im dritten lagen sie mit 16:15 ebenfalls auf Kurs. Der Block stand, das Sideout funktionierte und mit dem Service gelangen immer wieder direkte Punkte. Jona dagegen produzierte Aufschlagfehler en masse.

«Sie haben mit viel Risiko serviert und in den ersten beiden Sätzen viele Fehler gemacht», sagte Dervisaj. «Im dritten Satz servierten sie deutlich besser und wir bekamen zwischenzeitlich Mühe bei der Annahme. Der Service ist in dieser Saison am wichtigsten für die Meisterschaft. Die richtige Dosierung macht es aus.»

Einen Satzball abgewehrt im dritten Durchgang

Nach der zweiten technischen Auszeit in Satz drei war plötzlich der Wurm drin bei Schönenwerd – 20:23. Dervisaj wechselte Jeremy Tomasetti für Wolanski und den Kolumbianer William Bermudez für Roth ein. Die nächsten drei Ballwechsel gehörten dem Heimteam – Ausgleich.

Doch dann setzte von Burg einen Angriff ins Out – Satzball für Jona. Diesen machte der Kolumbianer Bermudez zunichte. Den nächsten Angriff von Jona wehrte Tomasetti ab und Topscorer Ernatsowicz sorgte mit seinem zwölften Punkt für den ersten Matchball.

Jona-Trainer Dalibor Polak zog vorher noch sein zweites Timeout. Ball zu Fabian Brander, lautete die Taktik, wie sich nach von Burgs Service zeigen sollte. Aber der Ex-Schönenwerder in den Reihen der St. Galler blieb am Zweierblock um Frame und Bermudez hängen – doch noch ein Heimsieg nach drei Sätzen für die Schönenwerder.

Der Startsieg ist nur ein erster kleiner Schritt

«In der Schlussphase hat sich gezeigt, wie wichtig eine starke Bank ist», sagte Dervisaj. «Es warten in diesen Playoffs hoffentlich noch viele Spiele, da kann auch einiges schiefgehen. Alle zwölf Spieler müssen ready sein.» Der Starterfolg gegen Jona sei nur ein erster kleiner Schritt. Viel zu kritisierten habe er nicht an seinem Team. «Ein Manko war, dass wir in der Mitte zu wenig konstant spielten.»

Nun gelte es, fokussiert zu bleiben: «Nächste Woche auswärts gewinnen und dann zu Hause alles klarmachen.» Nach dem gelungenen Start wird er wohl etwas weniger angespannt sein. «Ich war sehr nervös vor dem Match. Aber das sind Gefühle, die es braucht. Die Spannung ist da, das gibt Adrenalin.»

Luca Ulrich trotz Bestmarke nicht gänzlich zufrieden

Einer der am meisten beschäftigten Akteure auf dem Feld war Schönenwerds Aussenangreifer Luca Ulrich. Er war bei den Aufschlägen der Gäste meistens die Zielscheibe – 25 Annahmen. Und ihm gelangen am meisten Punkte – insgesamt deren 13; 7 erfolgreiche Angriffe, 3 Blocks und 3 Asse/Winner. «Lange Zeit war es eine sehr gute Leistung von uns. Dass wir im dritten Satz noch zurückkommen, gibt uns Selbstvertrauen. Das zeigt, dass man nie aufgeben darf», sagte der 23-Jährige.

Seine Leistung bewertet er mit genügend. Als Volleyballspieler suche er die Perfektion: «Ich bin sicher nicht unzufrieden. Im Angriff wäre aber noch etwas mehr möglich gewesen. Wichtig ist, dass die Leistung im Kollektiv gepasst hat. Das zeichnet uns aus, jeder trägt seinen Teil dazu bei.»

Vom Halbfinal sprechen weder der Trainer noch Ulrich zum jetzigen Zeitpunkt. «Es braucht noch zwei konzentrierte Auftritte gegen Jona. Sie haben einige gute Einzelspieler und wenn es ihnen läuft, können sie viel Druck machen», mahnt er vor dem zweiten Spiel am nächsten Samstag, ein Tag vor dem Cup-Halbfinal gegen Lausanne.

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