Den Leader geärgert, aber zu inkonstant für einen Punktgewinn: Schönenwerd unterliegt Amriswil.

Den Leader geärgert, aber zu inkonstant für einen Punktgewinn: Schönenwerd unterliegt Amriswil.
09.12.2019

Zum Auftakt der NLA-Rückrunde verliert Volley Schönenwerd zu Hause den Spitzenkampf gegen Amriswil mit 1:3. Damit beträgt der Rückstand der zweitplatzierten Solothurner auf den Leader neu vier Punkte.

von Raphael Wermelinger - Solothurner Zeitung

In der ersten Begegnung der laufenden Meisterschaft waren die Schönenwerder noch sang- und klanglos untergegangen. Gleich mit 25:18, 25:14 und nochmals 25:14 fegte Amriswil Schönenwerd zum Saisonstart vom Parkett. «Alle Spieler von Amriswil hatten von Anfang an einen Höhenflug. So stark habe ich sie nicht mehr gesehen im Verlauf der Saison», erinnert sich Sportchef Daniel Bühlmann.

Nicht dass die Amriswiler in der Folge auch die weiteren sieben Spiele gewannen, aber dass sie gegen Lausanne und Chênois einen Punkt abgaben, machte den Schönenwerdern vor dem zweiten Aufeinandertreffen Mut. Und auch, dass sie selber das Punktemaximum holten in den restlichen Spielen der Vorrunde. So lagen die Thurgauer vor dem Schlagerspiel nur einen Punkt vor den Niederämtern.

Schönenwerd am Anfang nicht bereit und überfahren

Das Team von Trainer Bujar Dervisaj konnte das zweite Duell zwar ausgeglichener gestalten, zeigte phasenweise gutes Volleyball, doch um den Leader wirklich in Bedrängnis zu bringen, ihm einen Punkt abzuknöpfen, hätte es eine überragende Leistung von jedem Akteur über die volle Distanz gebraucht.

Das Heimteam spielte zu wenig konstant und hatte vor allem zu Beginn zu viele Durchhänger.
Augenfällig sind die unterschiedlichen Philosophien der beiden Spitzenklubs der NLA. Bei Amriswil standen nicht weniger als fünf Ausländer aus fünf verschiedenen Nationen in der Startaufstellung. Der holländische Trainer Marko Klok brachte im weiteren Verlauf noch zwei zusätzliche Söldner von der Ersatzbank. Die einzigen Schweizer im Team: Luca Müller (Libero) und Thomas Brändli (Mitte).

Ein ganz anderes Bild zeigt der Blick auf das Schönenwerder Kader. Die setzen mit Passeur Nikodem Wolanski und Angreifer Marcin Ernastowicz auf ein Duo aus Polen. Letzterem gönnte Trainer Dervisaj nach dem schwachen ersten Satz eine Pause, wodurch das Heimteam phasenweise sogar nur mit einem Ausländer operierte.

Die Geschichte des ersten Satzes ist rasch erzählt. Dass das Heimteam nur gerade neun erfolgreiche Angriffe im Feld der Amriswiler platzieren konnten, sagt alles. Nach dem verschlafenen Start lagen die Gastgeber mit 4:11 hinten. Wie schon im Hinspiel mussten sie den Startsatz klar mit 18:25 abgeben.

Starke Reaktion nach frühem Rückstand im zweiten Satz

Im zweiten Satz kam Captain Leandro Gerber für Topskorer Ernastowicz ins Spiel, was vorerst noch keine Wirkung aufs Spiel hatte. Nach dem schnellen 1:5-Rückstand schwante den Zuschauern wohl Böses. Doch die Schönenwerder kämpften sich ins Spiel und kamen dank einer guten Aufschlagserie von Gerber wieder heran.

Ein Angriffsfehler von Amriswils Topskorer Thomas Zass brachte «Schöni» mit 21:20 in Front. Mit einem gewaltigen Dreierblock gegen den Österreicher erhöhten sie kurz darauf auf 23:21. Dank eines Servicefehlers und einem ins Out geschlagenen Smash der Ostschweizer ging der zweite Satz an Volley Schönenwerd.

 Durchgang drei war ein Auf und Ab. Mal lag Schönenwerd vorne (5:3, 11:10, 14:13), dann wieder der Favorit aus Amriswil (6:9, 11:13, 15:16). Mit 19:19 ging es in die entscheidende Phase, in der die Gäste mit vier Punkten in Folge aber sogleich davonzogen. Die Schönenwerder dagegen konnten nur noch zweimal reüssieren.

Zwei Chancen zum 2:2 nach Sätzen nicht genutzt

Trainer Dervisaj zog seinen letzten Trumpf und brachte auf der Diagonalposition Ernastowicz für Roth. Gerber und Ulrich – mit 18 Punkten der beste Skorer in den Reihen der Niederämter – bildeten den Aussenangriff. Obwohl den Schönenwerdern durch Ernastowicz (5:4), Frame (11:12) und Gerber (14:14) drei Asse glückten, lagen sie im vierten Satz erneut mehrheitlich hinten.

Dies änderte sich mit der guten Serviceserie von Ersatzspieler Tomasetti, welche dem Heimteam drei Punkte in Folge sowie eine 18:17-Führung bescherte. «Schöni» kam bald zu zwei Satzbällen, die aber beide von Zass abgewehrt wurden. Wenig später versenkte der Österreicher den zweiten Matchball der Gäste zum 28:26.

 

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