Wenn «starke Prellung» eine positive Diagnose ist

Wenn «starke Prellung» eine positive Diagnose ist
01.03.2016

Volley Schönenwerds Trainer Nik Buser kann in den Auswärtsspielen gegen Lausanne und Lugano wieder auf die Dienste des Australiers Jordan Richards zählen. Auf den US-Amerikaner Cody Kessel und Mittelblocker Simon Hofstede muss Buser dagegen noch länger verzichten.

 

Von Raphael Wermelinger

http://www.oltnertagblatt.ch/sport/aargau/wenn-starke-prellung-eine-positive-diagnose-ist-130101117

Schreckmoment am vergangenen Samstag für Volley Schönenwerd: Im zweiten Satz des zweiten Pre-Playoff-Spiels in Näfels knallte Jordan Richards beim Versuch, den Ball im Spiel zu halten, mit voller Wucht in die Bande. Der Australier kehrte danach nicht mehr aufs Spielfeld zurück. Schönenwerd verlor die Partie trotz 1:0-Führung mit 1:3.

Am Dienstag konnte Trainer Nik Buser Entwarnung geben. Richards habe sich zwar eine starke Prellung zugezogen, die Rippen sind aber nicht gebrochen. So konnte er schon Anfang Woche, zwar noch leicht handicapiert, wieder mit der Mannschaft trainieren. «Es sieht gut aus, dass ich ihn im Mittwoch-Spiel gegen Lausanne wieder einsetzen kann», prognostiziert Trainer Buser.

Unveränderte Situation bei Kessel und Hofstede

Schlechter stehts um die beiden Langzeitverletzten Cody Kessel und Simon Hofstede. Kessel schied Mitte Januar im Spiel gegen Lausanne wegen eines Misstritts aus. Der 24-jährige US-Amerikaner wird in dieser Saison wohl nicht mehr für die Schönenwerder auflaufen können.

«Cody ist seit Januar in der Reha. Die Verletzung zieht sich wohl noch länger hin», bestätigt Nik Buser. Ebenfalls nicht einsatzbereit ist momentan Simon Hofstede. Er wird nach einem Bandscheibenvorfall erst allmählich wieder ins Team integriert.

«Es ist schwierig zu quantifizieren, wie sehr die Mannschaft durch diese Verletzungen geschwächt wurde», sagt Buser. «Kessels Verletzung ist sicher zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt gekommen. Seine Entwicklung war gut, er war auf dem Weg, eine Teamstütze zu werden.» Auch Mittelblocker Hofstede gehörte bis zu seiner Verletzung zum Stamm, konnte durch den erst 19-jährigen Christopher Frame aber gut ersetzt werden. «Ob wir ohne Verletzte mehr Punkte geholt hätten, weiss ich nicht», so Buser. «Auf jeden Fall haben wir jetzt ein schmaleres Kader und dadurch sicher weniger Optionen. Das soll aber keine Ausrede sein.»

 

Erst der Cupsieger, dann der Meister

In den Pre-Playoffs geht es für Volley Schönenwerd nach der Niederlage in Näfels mit zwei schwierigen Auswärtsspielen weiter. Am Mittwoch gastieren die Niederämter um 19 Uhr beim amtierenden Cupsieger Lausanne, am Samstag beim Schweizer Meister Lugano (18 Uhr). Trotz der grossen Brocken auf der Gegenseite sieht Buser in beiden Spielen Chancen für seine Mannschaft, um den Sieg mitzuspielen oder zumindest zu punkten. Lausanne ist nach den beiden Pleiten gegen Näfels und Lugano unter Druck, was Schönenwerd womöglich in die Karten spielt: «Wir können sicher freier aufspielen als sie. Was es effektiv bringt, werden wir erst heute Abend sehen.»

Dass gegen den Meister Lugano ein Exploit möglich ist, hat Schönenwerd in der drittletzten Runde der Qualifikation mit einem 3:0-Heimsieg gezeigt. Kommt hinzu, dass die Vorbereitung der Luganesi auf das Schönenwerd-Spiel eher suboptimal ist: Die Tessiner sind immer noch dran, neue Spieler ins Team zu integrieren. Und heute steht Lugano zudem noch im Europacup im Einsatz. Im 5000 Kilometer entfernten Surgut in Westsibirien. Ausgeruht werden die Luganesi, die in der Tabelle aktuell direkt hinter Schönenwerd nur auf dem fünften Platz klassiert sind, definitiv nicht sein.

Fünf Teams für zwei Plätze

Tabellenführer in den Pre-Playoffs ist nach zwei von zehn Spieltagen Volley Amriswil, gefolgt von Näfels und Lausanne. Wer macht das Rennen um die beiden Finalplätze? «Amriswil hinterlässt im Moment einen sehr starken Eindruck, sie haben sich sehr gezielt verstärkt», äussert sich Nik Buser über die Kräfteverhältnisse in der NLA. «Auch Näfels spielt hervorragend, das muss man neidlos anerkennen. Doch wir waren am Samstag absolut auf Augenhöhe. Es wird noch sehr spannend. Einsiedeln klammere ich mal aus, die anderen fünf Teams haben alle eine Chance auf den Playoff-Final.»

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