Volley Schönenwerd setzt noch einmal ein spätes Ausrufezeichen!

Volley Schönenwerd setzt noch einmal ein spätes Ausrufezeichen!
20.03.2016

Wenn es doch nur mehr von diesen Spielen gegeben hätte in dieser Saison. Schönenwerd landet am drittletzten Spieltag der Finalrunde einen spektakulären Sieg gegen einen Titelanwärter. Gleich mit 3:0 fegen die Niederämter Näfels aus der Halle.

Von Raphael Wermelinger

Die spärlichen, aber lautstarken Gästefans wähnten sich in der Pause nach zwei Sätzen im falschen Film. Was war nur mit Näfels los? Die Glarner erlitten gegen Schönenwerd ein richtiges Debakel. Sie blieben zum ersten Mal in den laufenden Pre-Playoffs ohne Punktgewinn. Und sie zogen im vierten Duell mit Volley Schönenwerd zum ersten Mal den Kürzeren. Schönenwerd brauchte kein überragendes Spiel, Näfels war zwei Sätze lang unerklärlich schwach. Das Heimteam trat insgesamt aber auch sehr entschlossen auf, machte wenig Fehler und zeigte einige spektakuläre Punkte. Herausragend bei den Schönenwerdern war wieder einmal Captain Jan Schnider, gute Noten verdienten sich aber alle Akteure.

Nur ein Team auf dem Spielfeld?

Am Ursprung des, zumindest in dieser Deutlichkeit, überraschenden Triumphs stand ein Blitzstart der Schönenwerder. Gerber setzte mit seinem Block gegen Martinez zum 5:2 eine frühe Duftmarke. Schönenwerd überrollte Näfels regelrecht. Mit weiteren Blocks - Hänggi zum 9:3, Richards zum 13:6, Frame zum 18:9 sowie Schnider zum 20:10 - und präzisen Aufschlägen: je ein Ass von Schnider, Gerber und Richards. Aber auch mit einem sehr starken Sideout-Spiel. 15:25 lautete am Ende das verheerende Verdikt aus Sicht der Gäste. 

Schnider-Gala im zweiten Satz

Näfels-Trainer Dalibor Polak versuchte es im zweiten Satz mit einer neuen Formation. Topskorer Zlatko Pulko und Kyle Friend kamen für Bruno Godoi und Fabian Martinez. Vielleicht hätte ein Passeur-Wechsel mehr gebracht. Auch im zweiten Durchgang konnten die Glarner nicht lange entgegenhalten, ihr Spiel war weiterhin fahrig. Sie lagen noch mit 11:10 vorne, doch dann stellten Schnider mit einem Block gegen Pulko und Gerber mit zwei Punkten in Serie auf 13:11 für das Heimteam. Je ein Service-Winner von Schnider (16:13) und Hänggi (21:15) waren weitere wichtige Punkte auf dem Weg zum zweiten Satzgewinn. Immer besser im Spiel: Jan Schnider. Zehn Punkte markierte Schönenwerds Topskorer in Durchgang zwei. Auch beim letzten Punkt zum 25:19 hatte der 33-Jährige seine Finger im Spiel: Doppelblock zusammen mit Hänggi gegen Kyle Friend.

Auch Rückstand konnte Schönenwerd nicht stoppen

0:2 zurück - Polak veränderte natürlich auch im dritten Satz die Aufstellung. Er brachte jetzt doch noch den Ex-Schönenwerder Milanez für Passeur Gygli. Ausserdem kam Martinez zurück und Wunderle frisch ins Spiel. 

Die erste erwähnenswerte Aktion im dritten Satz: Ehrats Abstauber zum 5:3 für die Gäste. Es war nämlich das erste Mal überhaupt in diesem Spiel, dass die Glarner mit mehr als einem Punkt in Führung lagen. Wenig später stand es sogar 10:5 für Näfels. Ein bisschen Hoffnung also für das Auswärtsteam.

Doch diese wurde schnell zerschlagen von den Schönenwerdern. Nach dem Service-Fehler von Ehrat packte Hänggi ein Ass aus. Martinez schlug den nächsten Angriff ins Out, dann Schnider erfolgreich und noch ein Ass von Hänggi: Schon stand es wieder 10:10.

Nach einem weiteren Angriffsfehler von Pollock bogen die Schönenwerder endgültig auf die Siegerstrasse ein (13:11). Um sicherzugehen, legten sie aber gleich noch mit zwei Punkten nach. Müller wortwörtlich mit links zum 14:11 und ein Doppelblock von Schnider und Frame hinterher.

Jetzt konnte das Heimteam nichts mehr bremsen. Die Annahme kam bis zum Schluss nicht ins Wackeln, Passeur Reto Giger legte seinen Mitspielern die Sideouts wunderbar auf, und die Angreifer verwandelten dann auch eiskalt. Nach nur 64 Minuten Spielzeit beendete Frame die Partie mit einem Service-Winner zum 25:21.

Cupsieger und Meister von 2015 warten noch

Mit dem dritten Pre-Playoff-Sieg - sie gewannen zuvor zweimal gegen Einsiedeln - haben die Schönenwerder zumindest den fünften Platz aus dem Vorjahr locker verteidigt. Mehr liegt aber wohl nicht mehr drin. Schönenwerd empfängt am Dienstag (22. März) noch den amtierenden Cupsieger Lausanne und am Samstag (26. März) Meister Lugano. Selbst bei zwei Siegen bräuchte Schönenwerd noch zwei Nuller von Näfels, um noch auf den vierten Platz vorzustossen. Spannend bleibts in den Top 4. Im Moment haben Amriswil und Lugano die Nase vorne im Rennen um die beiden Finalplätze. 

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