Schönenwerd zu wenig konstant, um den Meister zu gefährden

13.11.2016

Schönenwerd verliert gegen den Tabellenführer und Titelverteidiger Amriswil mit 1:3. Die Vorentscheidung fiel dabei im zweiten Satz.

Von Raphael Wermelinger

Volley Schönenwerd konnte den Meister-Express aus Amriswil nicht stoppen. Der Titelverteidiger aus dem Kanton Thurgau hatte schon seine bisherigen vier Meisterschaftsspiele allesamt souverän gewonnen – nur einen Satz gab Amriswil dabei ab. Schönenwerd hatte nach der knappen Startniederlage gegen Näfels zuletzt drei Siege in Folge verbucht. Im Spitzenkampf gegen Amriswil musste Trainer Zharko Ristoski wiederum auf Captain Carlos Guerra verzichten. Ein gewichtiger Ausfall, wie sich zeigte: Über die Aussenposition agierten die Schönenwerder über weite Strecken zu harmlos.

Schönenwerd startete fehlerhaft, Amriswil dagegen spielte von Beginn an wie ein Leader. Vor allem Topskorer Sébastien Steigmeier war in Topform. Der wertvollste Spieler der vergangenen NLA-Saison buchte im ersten Satz acht Punkte. Dank Steigmeiers eindrücklicher Service-Serie zogen die Gäste auf 19:11 davon und holten sich den Startsatz ungefährdet. Was die Aufschläge betraf, zeigten die Schönenwerder im Vergleich zum amtierenden Meister allgemein deutliche Defizite auf. Amriswil servierte druckvoll und brachte die Annahme der Schönenwerder des Öfteren ins Wanken.

 

Chance verpasst

Trotzdem wäre gegen den Leader punktemässig etwas möglich gewesen für die Schönenwerder. Obwohl es nichts bringt, werden sie sich rückblickend fragen, wie es ausgegangen wäre, wenn sie den zweiten Satz für sich entschieden hätten. Sie führten zwischendurch mit sieben Punkten Vorsprung. Doch Amriswil liess sich nicht abschütteln und kam immer näher. Nachdem sie einen Angriff von Peterlin geblockt hatten und Schönenwerds Topskorer Rocamora den nächsten Abschluss ins Out gesetzt hatte, führten die Gäste erstmals im zweiten Satz (21:20). Mit einem starken Service von Passeur Howatson und dem Abstauber von Prével erhöhten sie das Score auf 23:21. Nach je einem Service-Fehler kam Amriswil zu zwei Satzbälle. Den ersten wehrte Hänggi mit einem herrlichen Block gegen Steigmeier noch ab, doch Fellay begrub die Hoffnungen des Heimteams mit dem 25. Punkt.

Nach der Pause holte das Heimteam die verpasste Möglichkeit nach. Angeführt von Kristo Kollo, der sechs Punkte verbuchte, holten sich die Schönenwerder den Satz gleich mit 25:12. Der estnische Aussenangreifer hatte unauffällig begonnen, steigerte sich im Verlauf der Partie aber deutlich. Kollo war am Schluss hinter Daniel Rocamora und knapp vor Christoph Hänggi Schönenwerds zweitbester Punktelieferant.

Zwei Plätze verloren

Kurz schien es, als ginge es im vierten Satz im gleichen Stil weiter. Kollo blockte Steigmeier zum 1:0 und punktete gleich darauf zum 2:0. Dann aber gaben die Schönenwerder die Führung leichtfertig aus der Hand, weil gleich mehrere Angriffsbälle ins Out segelten. Prével stellte mit einem Service-Winner auf 12:8 für Amriswil. Auch die Verteidigung der Gäste war jetzt wieder in Höchstform. Schönenwerd musste für die Punkte jeweils einen viel grösseren Aufwand betreiben als der Gegner. Mit einem variantenreichen Sideout-Spiel brachte Amriswil den vierten Satz, und somit auch die drei Punkte, souverän ins Trockene.

In der Tabelle fielen die Schönenwerder zwei Plätze zurück. Das Überraschungsteam Luzern, das Näfels mit 3:1 bezwang, und Lausanne dank eines 3:1-Erfolgs gegen Chênois zogen an den Niederämtern vorbei. Am kommenden Sonntag trifft Zharko Ristoskis Team auswärts auf den VBC Einsiedeln.

 

http://www.oltnertagblatt.ch/sport/solothurn/schoenenwerd-zu-wenig-konstant-um-den-meister-zu-gefaehrden-130715253

 

Schönenwerd – Amriswil 1:3

Erlimatthalle, Däniken. – 358 Zuschauer. – SR: Grellier, Wiederkehr. – Satzresultate: 16:25 (23‘), 23:25 (31‘), 25:12 (20‘), 19:25 (27‘).

Schönenwerd: Kollo, Hänggi, Frame, Dervisaj, Peterlin, Rocamora, Fischer (Libero); Hofstede, Chevallier, Mika.

Amriswil: Howatson, Fellay, Ljubicic, van Berkel, Prével, Steigmeier, Daniel (Libero); Kriech, Brändli, Baghdady.

Bemerkungen: Schönenwerd ohne Guerra und Giger (beide verletzt).

 

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