Schönenwerd lässt beim Aufsteiger einen Punkt liegen

Schönenwerd lässt beim Aufsteiger einen Punkt liegen
16.11.2015

Nach deutlichen Niederlagen gegen Näfels und Lausanne und einem Sieg gegen Jona zieht Volley Schönenwerd in Luzern den Kopf gerade noch aus der Schlinge. Schönenwerd ringt den Aufsteiger nach zweimaligem Satzrückstand im Tiebreak nieder. Schuld am Punktverlust war die Inkonstanz. Phasenweise dominierte Schönenwerd den Gegner, dann folgten wahre Fehlerorgien. Die Aufschläge waren über weite Strecken das grosse Manko der Niederämter.

 

Von Raphael Wermelinger

Schönenwerd war gewarnt. Luzern bodigte am letzten Wochenende Serienmeister Lugano nach einem sensationellen Comeback mit 3:2. Schlüsselspieler beim Aufsteigers sind drei Ex-Schönenwerder: Noah Eichenberger, Lorenz Eichhorn und Peer Harksen. Luzern setzt ausschliesslich auf Schweizer Akteure. Im Gegensatz zu Volley Schönenwerd. Dieser hätte zwei Ausländer in seinen Reihen, doch der neue US-Amerikaner Cody Kessel sass gegen Luzern grösstenteils auf der Bank. Coach Nik Buser vertraute auf das Angriffstrio Schnider (24 Punkte), Gerber (20) und Richards (18).

 

Trotz 15 Fehlern, deren sieben am Service, schaffte es Schönenwerd im ersten Satz in die Money Time. Nach einem Block von Hofstede sah es gar so aus, als könnten die Gäste das Ruder im letzten Moment rumreissen (23:24). Doch dann schlichen sich wiederum Nachlässigkeiten ein. Passeur Giger setzte eine Finte ins Netz und Schnider sowie Richards brachten ihre Angriffe nicht durch (26:24). Im zweiten Satz steigerte sich Schönenwerd am Service deutlich und konnte nun endlich Druck auf den Gegner aufbauen. Giger und Richards sorgten mit starken Aufschlagserien für eine komfortable Führung (9:21). Luzern war im zweiten Durchgang überfordert. Der Australier Richards führte Schönenwerd mit sieben Punkten zum Satzausgleich.

 

Nach der zehnminütigen Pause verschliefen die Gäste den Start in Satz drei komplett und gingen schnell mit fünf Punkten im Rückstand. Zum zweiten technischen Timeout lagen die Innerschweizer noch immer deutlich vorne (16:10). Für eine Aufholjagd servierten die Schönenewerder in dieser Phase zu schwach. Am Ende brachte Eichenberger den Satz für die Gastgeber praktisch im Alleingang ins Trockene. Sehenswert war insbesondere sein Block gegen Schnider zum 24:17.

 

Mit dem Messer am Hals rannte Schönenwerd auch im vierten Satz lange einem kleinen Rückstand hinterher. Eine starke Serviceserie von Leandro Gerber war die Rettung. Schönenwerd drehte einen 12:13-Rückstand mit sieben Punkten in Folge in ein 19:13 – darunter ein Ass und ein Service-Winner von Gerber. Doch der vierte Satz war ein Abbild des ganzen Spiels. Auf die Druckphase folgte ein Tief mit vier Angriffs- und einem Servicefehler, was Luzern wieder heranbrachte (21:21). In diesem Moment konnten sich die Niederämter wieder einmal auf Jan Schnider verlassen. Der Topskorer verbuchte zwei Punkte über aussen, und mit einem Block-Out-Punkt von Gerber sowie einem Hofstede-Abstauber rettete sich „Schöni“ doch noch ins Tiebreak.

 

Im Entscheidungssatz wechselte die Führung mehrmals hin und her. Zum Seitenwechsel lag Luzern mit 8:7 vorne. Der Liga-Neuling stand sich am Ende allerdings selber im Weg. Die Luzerner hatten als Underdog während des gesamten Spiels unbekümmert aufspielen können, nun zeigte sich auch bei ihnen Nervosität. Zwei unnötige Fehler – Eichenberger unter dem Netz durch und ein Fehlzuspiel von Harksen – brachten Schönenwerd entscheidend in Front (10:12). Die letzten drei Punkte markierte dann wiederum Captain Schnider.

 

Die Schönenwerder mit einem blauen Auge davon. Am Ende zählt nur der Sieg, trotz vergebenem Punkt. In der Tabelle liegen die Niederämter erstmals in dieser Saison auf einem Playoff-Platz (5.). Am nächsten Samstag gehts auswärts gegen den Tabellendritten Amriswil.

 

 

Luzern – Schönenwerd 2:3

Bahnhofhalle. – 320 Zuschauer. – SR: Ciemiega/Becker. – Satzresultate: 26:24 (25‘), 14:25 (22‘), 25:18 (22‘), 21:25 (26‘), 12:15 (15‘).

Luzern: Harksen, Amstutz, Ulrich, Eichhorn, Häfliger, Eichenberger, Gautschi (L); Zurgilgen, Willimann, Suter, Wicki.

Schönenwerd: Hofstede, R. Giger, Richards, Gerber, Hänggi, Schnider, Fischer (L); Frame, Dervisaj, N. Giger, Müller, Kessel.

Bemerkungen: Schönenwerd ohne Heimgartner (rekonvaleszent). Noah Eichenberger (Luzern) und Jordan Richards (Schönenwerd) als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

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