Schönenwerd erstmals besiegt

Schönenwerd erstmals besiegt
11.11.2018

Kronfavorit Volley Amriswil startete mit vier Siegen in die neue NLA-Saison. Der Schweizer Meister der Jahre 2016 sowie 2017, der sich letzte Saison mit Schlussrang drei begnügen musste, gab bei den Erfolgen gegen Jona, Chênois, Lausanne und Luzern nur einen Satz ab. Damit unterstrichen die Thurgauer ihre Ambitionen: Meistertitel und im Minimum die Teilnahem an sämtlichen Finals in dieser Saison lautet das offizielle Saisonziel von Volley Amriswil.

Der perfekte Auftakt erstaunt daher nicht. Schon eher verblüffend war, dass auch Volley Schönenwerd, letzte Saison nur auf dem ernüchternden sechsten Platz, das Punktemaximum holte in den ersten vier Spielen. Zum Auftakt gewannen die Niederämter beim Titelverteidiger Lausanne gleich mit 3:0. Es folgten zwei 3:1-Siege gegen Luzern und Uni Bern sowie ein überzeugender 3:0-Auswärtssieg gegen Näfels. Somit kams am fünften Spieltag in der Betoncoupe Arena in Schönenwerd zum Schlager-Spiel zwischen den beiden noch verlustpunktlosen Teams.

Cupsieger Amriswil knüpfte dabei umgehend an die Leistungen der vergangenen Wochen an und erarbeitete sich mit dem 2:0-Satzvorsprung nach 63 Minuten eine komfortable Ausgangslage. Im ersten Durchgang zog Amriswil dank einer starken Aufschlag-Serie des Mittelblockers Matevz Kamnik und sieben Punkten in Serie auf 10:3 davon. Kurz nach dem zweiten technischen Timeout kamen die Gastgeber nochmals bis auf zwei Punkte heran, die routinierten Thurgauer liessen sich die Butter aber nicht mehr vom Brot nehmen.

 Im zweiten Satz führten die Schönenwerder zur ersten Auszeit noch mit 8:7, handelten sich dann aber bis zum zweiten Timeout einen Vier-Punkte-Rückstand ein. Mit zwei weiteren Punkten erhöhten die Gäste auf 18:12. Wie schon im ersten Satz gaben die Niederämter nicht auf, Leandro Gerber sorgte mit einem spektakulären Block für das 16:19. Ein Service-Winner sowie ein Ass vom stark aufspielenden Jovan Djokic begruben dann allerdings die Hoffnungen der Schönenwerder auf eine Wende. Schliesslich sorgte Amriswils kanadischer Passeur Joshua Howatson mit dem Punkt zum 25:19 für die vorentscheidende Führung für die Thurgauer.

Die Schönenwerder bäumten sich im dritten Satz aber vehement gegen die Niederlage auf. Jetzt waren die Teams endgültig auf Augenhöhe, der Spitzenkampf wurde seinem Namen definitiv gerecht. Auf Messers Schneide gings in die Money Time. Ein Angriffsfehler der Gäste bescherte «Schöni» beim 24:22-Zwischenstand den ersten Satzball des Spiels. Diesen konnten die Gäste mit einem Block-Aus-Punkt noch abwehren, der anschliessende Service der Thurgauer landete dann aber im Netz. Nach dem 1:2 nach Sätzen war bei den Schönenwerder der Glaube an einen Punktegewinn zurück.

Das Heimteam führte im vierten Satz bis zum zweiten technischen Timeout (16:15). Doch dann leistete sich Trainer Bujar Dervisajs Mannschaft ein paar Unkonzentriertheiten, welche von einem Gegner mit diesem Format gnadenlos ausgenutzt werden. Ein Service-Winner von Kamnik brachte Amriswil mit 17:16 in Front. Topskorer Thomas Zass aus Österreich entschied auch den nächsten Ballwechsel für die Thurgauer und nach dem anschliessenden Angriffsfehler von Schönenwerds Luca Ulrich stand es plötzlich 19:16 für das Auswärtsteam. Angetrieben vom lautstarken Publikum kamen die Schönenwerder dank eines Doppelblocks von Scott Fifer und Christopher Frame spät zum 22:22-Ausgleich. Dies war allerdings der letzte Punktgewinn für das Heimteam. Kamnik mit einem erfolgreichen Angriff durch die Mitte und ein Aufschlag-Winner von Howatson führten zum ersten Matchball und diesen verwertete der Niederländer Ewoud Gommans kompromisslos.

Mit dem 3:1-Auswärtssieg behauptete Amriswil die NLA-Tabellenführung und hat nun drei Punkte Vorsprung auf Verfolger Schönenwerd. Titelverteidiger Lausanne liegt aktuell nur auf dem sechsten Platz, das Schlusslicht ist Volley Näfels. Für die Schönenwerder geht die Meisterschaft am nächsten Samstag mit dem Heimspiel gegen Jona weiter.

Text : Raphael Wermelinger; Oltner Tagblatt
Foto : Remo Fröhlicher, Oltner Tagblatt

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