Ohne Ausländer kam Schönenwerd von der Siegerstrasse ab

Ohne Ausländer kam Schönenwerd von der Siegerstrasse ab
28.02.2016

Volley Schönenwerd konnte Näfels am zweiten Spieltag der Pre-Playoffs nur im ersten Satz ärgern. Nach der Verletzung von Jordan Richards verlor "Schöni" den zweiten Durchgang deutlich. Satz drei und vier ging jeweils mit 25:23 an die Glarner. Schönenwerd musste die Heimreise ohne Punkte antreten.

von Raphael Wermelinger — Oltner Tagblatt

Drei Tage nach dem souveränen 3:0-Sieg gegen Einsiedeln musste Schönenwerd in der zweiten Runde der Pre-Playoffs gegen Näfels ran. Ein deutlich grösserer Brocken. In der Qualifikation gingen beide Duelle an die Glarner. Näfels startete am Mittwoch mit einem 3:2-Erfolg über Lausanne in die Pre-Playoffs. Der neunfache Schweizer Meister hat hohe Ziele: Finalteilnahme in der Meisterschaft und im Cup. Nicht weniger als sechs Ausländer setzte Näfels im Spiel gegen Schönenwerd ein. Die beiden US-Amerikaner Friend und Pollock, den Brasilianer Godoi und Topskorer Pulko aus Slowenien. Wobei es sich Trainer Dalibor Polak leisten konnte, Pulko nach schwachem Start bereits im ersten Satz vom Feld zu nehmen. Ersatzmann Martinez (Venezuela) avancierte mit insgesamt 20 Punkten zum Mann des Spiels.

Schönenwerd auf der anderen Seite würde gerne auf zwei ausländische Verstärkungen setzen, doch Cody Kessel ist schon länger verletzt und wird diese Saison wohl nicht mehr spielen. Und jetzt erwischte es auch noch Jordan Richards. Der Australier musste im zweiten Satz raus, nachdem er beim Versuch, den Ball im Spiel zu halten, unglücklich in die Bande geknallt war. Schönenwerd führte zu diesem Zeitpunkt nach Sätzen. Doch den Ausfall von Richards verkraftete das Team von Trainer Nik Buser nicht. Was einem Punktgewinn ebenfalls im Weg stand, waren die Aufschläge. Insgesamt 24 Service-Fehler leisteten sich die Niederämter, alleine neun im vierten Satz.

Spektakuläre Wende

Der erste Satz schien nach der 21:15-Führung zugunsten der Glarner eigentlich bereits gelaufen. Dann bekamen die Zuschauer aber doch noch eine packende Schlussphase geboten. Dank eines grossartigen Comebacks der Schönenwerder. Die Gäste holten neun Punkte in Serie, darunter vier Blocks. Serviert wurden die Breakpunkte von Dervisaj, der am Pass diesmal den Vorzug vor Reto Giger erhielt. Doch die Niederämter konnten keinen der drei Satzbälle verwerten und mussten nach Friends Rückraum-Angriff zum 25:24 – Näfels vierter Punkt in Folge – sogar den ersten abwehren. Topskorer Schnider übernahm den Job und legte gleich noch ein Ass hinterher. Nach je einem Sideout entschied schliesslich Frame den Satz für die Schönenwerder mit einem Service-Winner (28:26).

Fehlerquote steigt an

Schon im ersten Satz hatten die Niederämter mehr Fehler gemacht als Näfels (9:7), wurden dafür aber nicht bestraft. Im zweiten Durchgang machten sie doppelt so viele wie die Glarner (8:4). Mit 19:25 verloren die Gäste den Satz dementsprechend klar. Bitter: Richards folgenschwerer Sturz in die Bande beim Punkt zum 13:18 aus „Schöni“-Sicht.

Der dritte Satz verlief dann wieder ausgeglichener. Schönenwerd stieg mit einer Zwei-Punkte-Führung in die entscheidende Phase. Doch ausgerechnet jetzt unterliefen dem Auswärtsteam kapitale Fehler. Bei Aufschlag Godoi verpassten sie zweimal das Sideout und wenig später knallte Frame einen Angriff ins Aus: 24:22 für Näfels. Den ersten Satzball wehrte Gerber aus dem Rückraum ab, den zweiten verwertete Friend auf der Aussenbahn longline.

Nach dem Satzrückstand verschlief Schönenwerd den Start in den vierten Satz komplett (1:5). 8:4 und 16:13 lautete der Zwischenstand nach den beiden technischen Tiemouts. Das Spiel hatte mittlerweile deutlich an Klasse verloren. 11:8 lautete das Fehlerverhältnis im vierten Satz. Zuungunsten der Schönenwerder. Diese schafften den Anschluss zwar noch einmal, doch sinnbildlich für die Partie landete Noel Gigers Service bei 23:24 im Out.

Zwei weitere Auswärtsspiele folgen

In der Tabelle verlor Volley Schönenwerd einen Rang und ist neu Vierter. Punktgleich mit dem fünftplatzierten Lugano und zwei Zähler hinter Näfels (2.) sowie Lausanne (3.). Der Leader heisst Amriswil. Die Thurgauer setzten sich nach dem 3:0 gegen Lugano auch gegen Einsiedeln ohne Satzverlust durch. Auf die Schönenwerder warten nun zwei weitere schwierige Auswärtsspiele: am Mittwoch gegen Lausanne und am Samstag gegen Lugano.  

 

Telegramm

Näfels – Schönenwerd 3:1

Linthalle. – 380 Zuschauer. – SR: Tschrischnig/Wiederkehr. – Satzresultate: 26:28 (27‘), 25:19 (22‘), 25:23 (26‘), 25:23 (25‘).

Näfels: Godoi, Gygli, Pollock, Friend, Pulko, Ehrat, Sutter (Libero); Martinez, Milanez, Walzer, Riedi.

Schönenwerd: Schnider, Richards, Gerber, Hänggi, Frame, Dervisaj, Heimgartner (Libero); Kesten, Fischer, N. Giger, R. Giger.

Bemerkungen: Schönenwerd ohne Cody Kessel und Simon Hofstede (beide verletzt). Jordan Richards (Schönenwerd) im 2. Satz verletzungsbedingt ausgeschieden. Fabian Martinez (Näfels) und Leandro Gerber (Schönenwerd) als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

 

 

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