Das H3 erstmals geschlagen…in vielerlei Hinsicht!

Das H3 erstmals geschlagen…in vielerlei Hinsicht!
30.10.2017

Nach dem 3:2 Kracher im ersten Spiel und dem eher glücklichen 3:1 Erfolg gegen Emmen-Nord, fuhr das Herren 3 vor heimischer Kulisse die erste Saisonniederlage ein. Spektakel, Stimmungsschwankungen und Gesprächsstoff gab es dennoch zu Hauf.

Was war das für ein verrückter Samstagnachmittag. Äusserst clever zögerte das H3 den Spielstart um 20 Minuten hinaus (im Vorfeld zeigten die U23 Damen ihr Können). Die Hoffnung, so die Menge bereits bei Spielstart in der Halle zu haben und von Beginn an zu rocken, schwindete mit jeder Minute. Motivationskünstler und an diesem Tag als Physio aufgestellt, meinte denn auch der Nachwuchs von Zuspieler Erni: "Aus denen machen wir Spaghetti!"

Ob es an der Sprache der Gäste lag, oder an anderen Merkmalen, sei dahingestellt. Glücklicherweise handelt es sich um eine minderjährige Person, sodass keinerlei Schadenersatzforderung aus dem südlichen Teil der Schweiz zu erwarten ist…

Vom leeren Rund der Feldhalle unbeeindruckt, demonstrierte das H3 dem mit sage und schreibe 14 Leuten (darunter eine Statistikerin) umfassenden Gästeteam, dass man auch ohne lautem Beifall Volleyball spielen kann. Schnell konnte sich das Team um Interimscoach Philipp Noever (ja, Mister President himself gab sich die Ehre) einen kleinen Vorsprung erarbeiten. Wie gewohnt, war es jedoch auch das Heimteam, welches sich im Laufe des ersten Satzes viele Eigenfehler leistete. Lugano seinerseits, wusste clever zu agieren und den Ball im Spiel zu halten. So kam es, wie es kommen musste. In der entscheidenden Phase packten die Niederämter die Nerven aus und versemmelten die Möglichkeiten zu Punkten reihenweise.

Frustration machte sich zwar kurz bemerkbar. Doch bereits mit Eintreffen weiterer Zuschauer schien diese verflogen. Nun war es an der Zeit, sich von der besten Seite zu präsentieren. Konstant, mit dem nötigen Druck im Service (und immer mit dem gleichen Annahmeopfer suchend), brachte man das Tessiner Kollektiv immer wieder aus dem Konzept. Die Mannen um Captain Florian Lier blühten phasenweise richtiggehend auf und konnten ab und an mit ihrem charmanten Lächeln auch die Damenwelt am Spielfeldrand entzücken (ja, das Damen 1 durfte wieder nach uns ran…). Ohne folgeschweren Aktionen glich man das Spiel aus und sorgte für die erste Euphoriewelle in der Halle (die "La Ola" wird erst auf die Rückrunde einstudiert).

Routiniert wie eh und je zog man das Ding durch und schaukelte das Spiel nach Hause…das hätte der Berichterstatter gerne notiert, gespeichert und raufgeladen. Aber Schöni 3 wäre nicht Schöni 3, wenn man es den mittlerweile wieder rekordverdächtig anwesenden Ultras (alle, die mehr als ein Spiel des H3 sehen, werden automatisch als H3-Fanatiker gezählt) einfach machen würde. Zu oft haderte man mit sich oder der Unparteiischen und verlor so den Faden. Trotz einer fulminanten Aufholjagd zum Ende des Satzes, war die Hypothek von 4 Punkten in der Mitte des Satzes zu gross. Mit 23:25 verlor man den dritten Satz und ging so in den wichtigen 4.

Was passiert wenn die Feldhalle aus den Nähten platzt und das Herren 3 spielt? Man hätte auf alles gesetzt, aber nicht auf einen 2:8 Rückstand zum Start. Die Köpfe hingen tiefer als nach einer durchzechten Partynacht. Tiefgreifende Worte vom amtierenden Deutschen Ballgameweltmeister und Motivationslegende Noever schienen die Adressaten gefunden zu haben. Kompakt, mit eisernem Willen, bliess man zur Aufholjagd. Ball für Ball kämpfte man sich zurück. Zuschauer um Zuschauer sah sich nicht mehr zum Zuschauen genötigt, sondern feierte frenetisch jeden Punkt. Zu dominant trat das Ensemble in dieser Phase auf. Folgerichtig glich man das Spiel aus.

Zweites Heimspiel, zweiter Fünfsätzer…das Damen 1 verflucht mittlerweile den Moment, an dem der Spielplan publiziert wurde…Der Start des Entscheidungssatzes entwickelte sich zu einem wahren Schlagabtausch. Es zeichnete sich ab, dass Lugano – seit 3 Sätzen mit eigentlich nur noch 2 Angreifern agierend – den Sieg zwar wollte, jedoch nun immer mehr am Schönenwerder Bollwerk hängen blieb. Mit 7:9 in Rückstand nahmen die Tessiner ihr Time-Out. Was anschliessend folgte, war in jederlei Hinsicht unverständlich. Gelbe Karte für reklamieren nach einem fragwürdig gepfiffenen technischen Fehler, rote Karte für reklamieren nach einem erfundenen technischen Fehler und eine Netzberührung, welche keine war (genau genommen, war es eine…der Ball hat tatsächlich das Netz berührt) brachten das H3 zum Verzweifeln. Die Emotionen auf und neben dem Spielfeld waren derart hochgekocht, dass im ganzen Wirrwarr vergessen ging, sich auf den Sport zu konzentrieren. Die Führung war dahin, Lugano gleich mit 14:11 und 3 Matchbällen ausgestattet. Dieser Rückstand war zu hoch und so waren es die Gäste, welche das Spiel zu ihren Gunsten entscheiden konnten.

Der fünfte Satz, das lässt sich festhalten, wurde den Schönenwerdern geklaut. Allerdings hätte es niemals soweit kommen dürfen. Zu fehlerhaft und kopflos agierte das H3 in wichtigen Momenten im ersten und dritten Satz, sodass die Ursache an dieser Stelle zu suchen ist.

Nichts desto trotz grüssen die Mannen um Florian Lier weiterhin von Tabellenrang 2 und freuen sich auf das anstehende Doppelweekend gegen Aeschi und am Sonntag im Derby gegen Kanti Baden (15 Uhr, Feld).

Kleine Bitte: Macht es unseren Spieler doch leicht und kommt zahlreich am kommenden Sonntag in die Feldhalle. Sollte die Halle bereits zu Beginn voll sein, winkt ein gleich von Beginn weg spektakuläres Spiel. Vermutlich könnte der eine oder andere Satz früher entschieden werden und der Berichterstatter kann sich einige Sätze sparen.

In diesem Sinne: bis bald und HOPP SCHÖNI!!!

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